Nadine Fecht

off the record

reichsstraße 1
38300 wolfenbüttel
mi. bis fr. 16–18 uhr
sa. und so. 11–13 uhr

© VG Bildkunst Bonn: Nadine Fecht. © Foto: Kathrin Schwab/Kunsthalle Mannheim, 2019
we insist (2019)
Wandzeichnung, Farbeimer, Tusche und Dispersion auf Wand, Maße variabel

In Nadine Fechts (*1976) künstlerischer Praxis verbindet sich konzeptuelle Zeichnung mit zeichnerischer Geste. Großformatige Flächen, Striche und Linien, Sprache, Worte sowie deren handmalerische Abstraktion verweisen auf machtpolitische Narrative und soziale Handlungsstrategien. Im Nachvollziehen des künstlerischen Prozesses, im Spannungsverhältnis von präsenter Materialität und Konzept, von beherrschender Energie und Erschöpfung, entsteht ein Taumel aus Unruhe und Instabilität, welcher sich auf die Betrachtenden überträgt. Dabei steht nicht der Ausdruck der eigenen Individualität im Sinne expressiver Befindlichkeit im Vordergrund, sondern eben jene politische Dimension, welche an der Grenze der menschlichen zeichnerischen Geste und deren Eliminierung liegt. Das sichtbar Aufsässige, Widerspenstige in den Werken Nadine Fechts entzieht sich der Kontrolle. Dieses Spiel aus kraftvoller, physischer Energie, fragiler Körperlichkeit, Konzept und Emotion, Subjektivität und deren Auflösung ist es, welches auf unsere Zeit und Selbstausbeutung im Zuge neoliberaler Strukturen Bezug nimmt.

Nadine Fecht (geb. 1976, lebt und arbeitet in Berlin) fing 1996 mit ihrem Studium der Freien Kunst an der Akademie der Freien Kunst in Karlsruhe an und beendete dieses 2009 als Meisterschülerin bei Stand Douglas und Lothar Baumgarten an der Universität der Künste in Berlin. Sie erhielt u.a. Arbeitsstipendien der Karl-Hofer-Gesellschaft (2010-2012), der Stiftung Kunstfonds in Bonn (2013) und 2015 das zweijährige Dorothea-Erxleben Stipendium. Kürzlich erhielt sie das dreimonatige Villa Aurora - Stipendium in Los Angeles (ehemaliger Exilwohnort von Lion und Marta Feuchtwanger). Ihre Arbeiten befinden sich in permanenten Sammlungen des Kunstmuseum Basel, der Hamburger Kunsthalle, der Berlinischen Galerie und seit 2018 auch im Herzog-Anton-Ulrich-Museum in Braunschweig. Zuletzt widmete die Kunsthalle Mannheim ihr eine Einzelausstellung. Außerdem waren ihre Arbeiten in zahlreichen Gruppenausstellung ausgestellt, u.a. in den Reinbeckhallen (2018) und dem Kunstmuseum Basel (2017), der Shedhalle Tübingen (2017) und dem Wilhelm-Hack-Museum und dem Kunstverein Ludwigshafen.
 

Termine im Rahmen der Ausstellung:

Finissage mit Künstlergespräch: Sonntag, 27. September um 11:30 Uhr            

Eröffnung
Sonntag, 23. August 2020, 11:30 Uhr

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